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30 Sinnsprüche über Weiblichkeit

(Der Artikel enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung, da ich hier ein wundervolles Kunstwerk der Wiener Künstlerin Dominique Blaudek zeigen darf und zur Webseite der Künstlerin verlinke. Zur direkten Bildquelle auf Dominiques Webseite gelangst du, wenn du auf das entsprechende Bild klickst.)

Das Sepia-Bild zeigt mich von hinten auf einer großen Matratze. Das Foto entstand bei einem professionellen Aktshooting. Meine Haare sind offen und gelockt und ich schaue sanft über die rechte Schulter nach unten.
Victoria Vorwerg Fotografie

Das Thema Weiblichkeit beschäftigt mich seit meinem ersten Tantrakurs, den ich Anfang 2019 besucht hatte. Damals bezog ich Weiblichkeit beinahe ausschließlich auf Äußerlichkeiten (Kleidung, Haare, Schmuck, Aussehen, Make-up und irgendwie noch die Yoni). Das hat sich mittlerweile stark verändert. Hauptsächlich durch Bücher von Diana Richardson und Blogartikel von Ute Strohbusch erkannte ich mit der Zeit, dass Weiblichkeit eine Energieform ist (wie auch die Männlichkeit). Ich brauchte eine Weile, bis ich die weibliche Energie spüren konnte. Denn die männliche Energie hatte fatalerweise den Großteil meines bisherigen Lebens geprägt. Stets aktiv, zielstrebig, nach außen gerichtet und ehrgeizig sein. Ich kannte es nicht anders und die Frauen in meiner Familie ebenfalls nicht.

Das Bild ist ein Acrylbild in den Farben schwarz und weiß und zeigt mich von vorn. Ab meinem Mund abwärts ist mein Körper zu sehen. Ursprünglich war es ein Foto eines Aktshootings. Meine Hände ziehen mein Oberteil über die Brust, meine Beine sind gekreuzt
Stefan Seyer, Acryl auf Malkarton, 24 x 30 cm, August 2024, Fotovorlage von mir.

Die weibliche Energie wieder in mir fließen zu lassen, bedeutete für mein Leben daher einen großen Umbruch (mal wieder ;-)). Bei mir ist die weibliche Energie stärker ausgeprägt als die männliche. Da sich das für mich rundum stimmig und natürlich anfühlt, entschied ich letzten Herbst, mein Leben dem Energieverhältnis in mir entsprechend auszurichten. Ich führe seitdem keine To-Do-Listen mehr (für meinen Kopf war das die härteste Umstellung), vertraue meiner Intuition, lasse alle meine Gefühle jederzeit zu, bin nicht mehr dauernett, dauerlieb und Everybody's Darling, lasse die Dinge entstehen, die entstehen wollen, gebe mich immer wieder dem Lebensstrom hin (auch bei großer Angst), habe aufgehört, Pläne zu machen und lebe endlich mit meinem Zyklus. Ja, in unserer männlich geprägten Gesellschaft ist das leider täglich eine Mutprobe:

 

"Da sind wir nun stehengeblieben. Von hier will ich dich weiterführen; aus der Wüste heraus, durch das tiefe Wasser in das Land, wo Milch und Honig fließen, ein Synonym für kreative sinnliche Lebensenergie." (Aliti, 1999, S. 61).

 

Und so sind die untenstehenden Sinnsprüche und Impulse eine kleine Essenz aus meinen Gedanken und Recherchen. Am Ende des Artikels findest du noch einige themenrelevante bzw. -nahe Links und Buchtipps. Ich wünsche dir von Herzen viel Freude beim Lesen und Entdecken und möchte diesen Wunsch noch mit zwei Buchzitaten bekräftigen:

 

"In einer Welt, in der wir oft streng verurteilt werden, wenn wir unsere Bedürfnisse wahrnehmen und sie auch zeigen, kann es sehr beängstigend sein, gerade das zu tun. Besonders Frauen sind empfänglich für Kritik. Jahrhundertelang war das Bild der liebenden Frau geprägt von ihrer Opferhaltung und der Verleugnung eigener Bedürfnisse zugunsten der Fürsorge für andere. Weil Frauen dazu erzogen werden, es als ihre höchste Pflicht anzusehen, sich um andere zu kümmern, haben viele von ihnen gelernt, ihre eigenen Bedürfnisse zu ignorieren." (Rosenberg, 2016, S. 65).

 

"Bis in die sechziger Jahre hinein existierte für die Frauen nur eine einzige "akzeptable" Ausdrucksform der Mutter-Funktion, nämlich als Ganztagesmutter und Ehefrau zuhause zu bleiben, den Haushalt zu versorgen und die emotionalen Bedürfnisse der Familie über die eigenen zu stellen. Dementsprechend gab es auch für die Männer nur einen einzigen annehmbaren Weg zur Verwirklichung des väterlichen Status, nämlich in die Welt hinauszugehen und "erfolgreich" zu werden (sprich: Geld zu verdienen), um materielle Güter und den Abglanz von Erfolg zu ihren Frauen und Kindern zurückzutragen." (George, Bloch, 1991, S. 48f.).

Sinnsprüche über Weiblichkeit: Dominique Blaudek, Unancha Art, Magical Flow
Bildquelle Künstlerin: Dominique Blaudek - Unancha Art//Bildtitel: Magical Flow

1.

Weiblichkeit hat nichts mit der Länge des Rocks,

der Höhe der Absätze, der Größe der Brüste

oder der Länge der Haare zu tun.

 

2.

Weiblichkeit, wie Männlichkeit, ist Energie.

Beides trägst du in dir.

 

3.

Vergiss nicht:

Du wurdest aus einer Ei- UND einer Samenzelle geschaffen.

Beide Anteile und Energien wirken in dir.

 

4.

Du bist nicht NUR weiblich oder NUR männlich.

 

5.

Wie gehen dein innerer Mann und deine innere Frau

miteinander um?

Auf der Aktzeichnung mit Bleistiften bin ich auf dem Rücken liegend zu sehen. Mein rechtes Bein kreuzt meine Hüfte und verdeckt so den Intimbereich.
Thomas (Name unvollständig, auf Instagram findest du ihn unter @t_pencil), verschiedene Bleistifte auf Papier, 29,7 x 42 cm, April 2024.

6.

Weiblichkeit hat nichts mit Äußerlichkeiten zu tun.

 

7.

Erinnere dich, dass deine Yoni ein Heiligtum ist.

 

8.

Liebe Frau:

Lass den Mann wieder einen gesunden Mann sein.

Hör auf, ihn zu bemutteln.

 

9.

Lieber Mann:

Lass die Frau wieder eine gesunde Frau sein.

Hör auf, sie kleinzuhalten und unterstütze sie in ihrem Strahlen.

 

10.

Das Weibliche zieht an und nimmt auf.

Auf der farbigen Skizze von mir bin ich liegend zu sehen. Mein Kopf ist leicht geneigt und meine Augen sind geschlossen. Meine Hände halten sanft und gekreuzt meine Brust. Haare und Hände sind dabei mit Bleistift nur angedeutet.
Walter Roos, Graphit und Farbstift auf getöntem Karton (Skizze), 21,8 x 30,2 cm, August 2024, Fotovorlage von mir.

11.

Das Weibliche lässt die Dinge entstehen.

 

12.

Spüre in deine Yoni hinein.

Wie geht es ihr? Achtest du auf sie?

Wie stehst du zu ihr?

 

13.

Liebe Frau,

erinnere dich wieder an deine Urkraft.

 

14.

Die Yoni ist ein Heiligtum.

Gott ist kein Stümper.

 

15.

Das Weibliche vertraut der Intuition.

Das Bild zeigt eine Aktkohlezeichnung von mir. Man sieht mich schräg von der rechten Seite. Meine Brust halte ich bedeckt und eine Hand liegt in meinem Schoß auf meiner Gebärmutter. Im Hintergrund sind ein Sofa und ein Tisch angedeutet.
Peter Beißert, Kohle auf farbigem Papier, 35 x 50 cm, September 2024, Fotovorlage von mir.

16.

Weiblich bedeutet nicht schwach.

Es bedeutet weich, fließend, nährend, annehmend,

schöpferisch, liebend, intuitiv, heilend.

 

17.

Es ist völlig ok, wenn eine Frau mehr männliche Energie in sich spürt.

Es ist völlig ok, wenn ein Mann mehr weibliche Energie in sich spürt.

 

18.

Das Weibliche braucht das Männliche.

Das Männliche braucht das Weibliche.

 

19.

Was bedeutet für dich Weiblichkeit?

Was verbindest du mit Weiblichkeit?

 

20.

Die Weiblichkeit zu leben, bedeutet nicht,

stets nett und lieb zu sein.

Auch das Wilde, Chaotische, Hemmungslose

will dann wieder in dein Leben.

Die Zeichnung mit Farbstiften und Bleistift auf grauem Karton zeigt mich liegend und von oben, wobei mein Körper nach oben und meine Haare nach unten zeigen. Meine Augen sind geschlossen und mein Kopf ist sanft nach links geneigt.
Walter Roos, Graphit und Farbstift auf getöntem Karton, 21,8 x 30,2 cm, September 2024, Fotovorlage von mir.

21.

Lass die Energien wieder natürlich fließen.

Auch in der Sexualität.

 

22.

Das Weibliche gibt sich hin,

ohne sich zu unterwerfen.

 

23.

Das Weibliche dient dem Leben.

 

24.

Weibliche Energie wirkt anziehend.

Nicht dein Make-up.

Und auch kein Instagram-Filter.

 

25.

Das Weibliche hat nichts mit deinem Gewicht zu tun.

Die Kohlezeichnung auf dunkelgrauem Papier zeigt mich von hinten. Ich sitze nackt auf einem Bett, neben mir sind Kissen zu sehen. Meine Haare sind offen und ich drehe meinen Kopf leicht über die rechte Schulter.
Sandy Seifferth, Kohle auf grauem Papier, 15 x 20 cm, Februar/März 2024, Fotovorlage von mir.

26.

 Viele Frauen versuchen sich selbst in vielerlei Hinsicht zu optimieren.

Dadurch entfernen sie sich jedoch immer mehr von sich selbst.

 

27.

Was denkst du über deine Menstruation?

Lebst du mit deinem Zyklus oder ist er

für dich eher ein lästiges Übel?

 

28.

Neid und Missgunst zu fühlen, ist nicht schlimm.

Andere wegen eigener ungelöster Probleme fertigzumachen,

das ist schlimm.

 

29.

Wer Schönheit mit Makellosigkeit gleichsetzt,

hat nicht verstanden,

was Leben heißt.

 

30.

Lebst du deinen Kindern Weiblichkeit vor?

Die Zeichnung nach einem Foto von mir zeigt den Bereich um meinen Po. Ich trage schwarze, halterlose Strümpfe und einen schwarzen Slip, den ich mit den Händen angedeutet nach oben ziehe.
Walter Roos, Graphit und Farbstift auf getöntem Karton, 15 x 20 cm, August 2024, Fotovorlage von mir.

Zum Weiterstöbern:

  • "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estés (Buch). Ich habe das Buch über 2 Jahre hinweg gelesen; immer dann, wenn ich einen intuitiven Impuls dazu hatte. Für mich persönlich ist es ein Medizinbuch und steht auf meinem kleinen Altar. La Loba ist für mich mittlerweile eine treue Weggefährtin. Ich verdanke dem Buch viel.
  • "Frauenheilkraft. Das vergessene Wissen um die Urkraft der Gebärmutter" von Sonia Emilia Rainbow (Buch). Auch dieses Buch ist für mich so wichtig, dass es ebenfalls auf meinem Altar steht. Das Buch bestärkte mich darin, mich meiner medialen Begabung anzunähern und führte mein Totem- und Mondtier wieder zu mir.
  • "Das Schwarzmond-Tabu. Die kulturelle Bedeutung des weiblichen Zyklus" von Jutta Voss (Buch). Das Buch der Theologin Jutta Voss wurde zum ersten Mal 1988 veröffentlicht und führte von 1990 bis 1993 zu einem Lehrzuchtverfahren der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gegen sie. Sie wurde der Ketzerei beschuldigt und exordiniert.
  • "Von der göttlichen Löwin zum Wahrzeichen männlicher Macht. Ursprung und Wandel großer Symbole" von Carola Meier-Seethaler (Buch)
  • "Lexikon der Symbole. Mythen, Symbole und Zeichen in Kultur, Religion, Kunst und Alltag" von Wolfgang Bauer, Irmtraud Dümotz, Sergius Golowin (Buch)
Auf dem Schwarzweiß-Bild bin ich von vorn und liegend zu sehen. Man sieht den Bereich ab unterhalb der Brust bis zur vom Bein verdeckten Vulva. Auf meiner Taille liegt eine Nelke und ich trage keine Kleidung.
  • "Zeit für Weiblichkeit. Der tantrische Orgasmus der Frau" von Diana Richardson (Buch)
  • "Die sinnliche Frau" und "Die wilde Frau" von Angelika Aliti (Bücher). Ich persönlich habe ein ambivalentes Verhältnis zu den Büchern und ich möchte mich an der Stelle von der offenen Männerabneigung distanzieren, die in den Büchern deutlich hervortritt. Angelika Aliti wurde sexuell missbraucht; das schreibt sie in "Die sinnliche Frau". Da ich selbst auch betroffen bin, maße ich mir jedoch an zu sagen, dass ich es nicht in Ordnung finde, nun alle Männer pauschal zu verurteilen. Es steckt so viel Weisheit und wertvolles Frauenwissen in den Büchern, aber der offene Hass gegen Männer ist, bei allem Respekt der Autorin gegenüber, keine lesenswerte Kost.
  • "Die Seelenflüsterin. Wild Woman Poetry by Moksha Devi" von Verena Maria Rottmar (Buch).
  • "Das Tor ins Leben. Weiblichkeit pur - Über Formen und Farbvielfalt der Vulva" von Grit Scholz (Fotoband) und "The Vulva Gallery" von Hilde Sam Atalanta
Das Bild entstand bei einem professionellen Aktshooting. Ich liege auf dem Rand einer weichen Matratze und halte sanft meine Brust. Mein Kopf ist leicht nach links geneigt und meine Augen sind geschlossen.
Victoria Vorwerg Fotografie

Quellen:

Aliti, A. (1999): Die sinnliche Frau. Frauenoffensive.

 

George, D., Bloch, D. (1991): Die Asteroiden. Ceres, Pallas, Juno und Vesta im Horoskop. Chiron.

 

Rosenberg, M. B. (2016): Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. 12. Auflage. Junfermann.

(erstmals veröffentlicht am 26.04.2021)